Sony entschuldigt sich für den chaotischen Vorverkaufsstart der PlayStation 5; Wiederverkäufer als Probleme

Sony hat sich öffentlich für den chaotischen Vorverkaufsstart der PlayStation 5 entschuldigt. Die Konsole stand nach der PlayStation-5-Showcase kurzzeitig zur Vorbestellung bereit, was unzureichend kommuniziert wurde, zumal es dann schon recht spät in Deutschland war (nach 23 Uhr). Laut Gamefront und eigener Erfahrung in der Redaktion war es bei Amazon.de oder Media Markt ziemlich kniffelig, eine PS5 vorbestellen zu können, weil es keine Vorwarnung gab, dass die Vorbestellung überhaupt möglich war. Das Magazin Kotaku hebt hervor, dass es in den USA ähnlich war und die Pre-Order-Welle bei GameStop, Walmart, Target etc. ohne gezielte Kunden-Informationen begann. Die Folgen waren rasant ausverkaufte PS5-Konsolen, überlastete Websites, Fehlermeldungen und natürlich frustrierte Kunden.

Sony verspricht, dass in den nächsten Tagen weitere PS5-Konsolen zum Vorverkauf angeboten werden sollen. Die Einzelhändler sollen entsprechende Details bekanntgeben. Außerdem sollen bis zum Ende des Jahres weitere Konsolen zur Verfügung stehen.

Let’s be honest: PS5 preorders could have been a lot smoother. We truly apologize for that.

Over the next few days, we will release more PS5 consoles for preorder – retailers will share more details.

And more PS5s will be available through the end of the year. pic.twitter.com/h1TaGsGBun

— PlayStation (@PlayStation) September 19, 2020

Ein großes Problem waren in dem Zusammenhang auch Bots, die u.a. für Reseller (Wiederverkäufer) automatisch Online-Shops nach bestimmten Produkten durchsuchen und im Eiltempo nahezu alle verfügbaren Exemplare kaufen, nur damit diese Waren dann zu horrenden Preisen auf Auktionsseiten wie Ebay weiterverkauft werden können. Die Reseller kaufen oder abonnieren diese computergesteuerten Programme und setzen sie ein, um vornehmlich Produkte, die in begrenzter Stückzahl verfügbar sind und viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, vor allen anderen zu bekommen. Ursprünglich waren Kleidung und Schuhe betroffen, aber auch die Nintendo Switch, Ring Fit Adventure oder jüngst die Grafikkarte Nvidia GeForce RTX 3080. Gemäß Kotaku arbeiteten die Bots zu schnell und so zahlreich, dass die Meldung der Verkauf der RTX 3080 startet „sehr bald“ direkt durch „ausverkauft“ ersetzt wurde.

Gamefront: „Auf Kundenseite wird in den USA mit gleichen Mitteln zurückgeschlagen: Frustrierte Kunden lassen Bots auf Ebay in Auktionen von Abzockern bieten und treiben die Preis in schwindelerregende Regionen hoch, so dass der Abzocker seine zu teure Ware am Ende nicht verkauft bekommt.“

Sony hatte dieses Problem ebenfalls im Hinterkopf. So setzt das interne Sony-Vorverkaufssystem z.B. auf personalisierte Vorverkäufe, die an existierende PSN-Konten gebunden waren und sich auf individuelle E-Mail-Bestätigungen oder Einladungslinks verlassen haben – aber das trifft nur auf die Vorbestellungen direkt bei Sony zu und nicht auf die zahlreichen Einzelhändler. Generell ist solch eine Vorgehensweise aber ein Schritt in die richtige Richtung, um die menschliche Interaktion wieder in den Kaufprozess zurückzubringen – oder etwas zu fordern, was ein Bot nicht leisten kann.

Microsoft setzt zumindest auf eine klarere Kommuikation und meldet seit mehreren Tagen, dass die Konsolen (Xbox Series S und Xbox Series X) ab dem 22. September um 09:00 Uhr (deutscher Zeit) vorbestellt werden können – im Microsoft Store sowie bei Amazon, Euronics, Media Markt (auch in Österreich und der Schweiz), Saturn, GameStop, Cyberport, Expert, Digitech, Interdiscount, Otto, WoG oder Gamesonly und bei weiteren Einzelhändlern. Welche Maßnahmen sie gegen Bots unternehmen werden, ist jedoch unklar …

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