Angespielt: Immortals Fenyx Rising

Kürzlich hatten wir die Gelegenheit, die ersten drei bis vier Stunden aus Immortals Fenyx Rising (unfertige Preview-Version) anzuspielen und die zweite Anspiel-Session bestätigte den guten Ersteindruck aus dem September 2020.

Das Action-Adventure in dem griechischen Fantasy-Themenpark erinnert weiterhin schwer an Action-Abenteuer à la The Legend of Zelda (vor allem Breath of the Wild), Darksiders oder Genshin Impact, zieht seinen besonderen Reiz aber aus der stimmungsvollen „Märchenwelt“, die weitgehend ohne klassische „Questgeber“ oder Personen mit Ausrufezeichen über den Köpfen auskommt. Stattdessen entdeckt man die möglichen Aufgaben/Quests durch die Erkundung der offenen Spielwelt oder in dem man die höchsten Statue bzw. den höchsten Berg der Region erklimmet und sich einen Eindruck von ganz oben macht – eine Ausdauer-Anzeige visualisiert, wie lange und wie weit man noch klettern kann. Das Gleiten von oben hinab darf im Anschluss nicht fehlen. Gespräche oder Interaktionen mit Nicht-Spieler-Charakteren waren hauptsächlich auf den zentralen Tempel der Götter beschränkt. An diesem Ort wertet man Waffen, Fertigkeiten, Tränke, Attribute und Co. von Hauptfigur Fenyx auf.

Daher rücken das gut umgesetzte Kampfsystem mit seinen Zeitlupeneinlagen, die mythologischen Gegner und die in die Umgebung eingebetteten Rätsel sowie die größeren Rätsel in der Unterwelt (getrennt durch eine Ladepause) stärker in den Mittelpunkt – zusätzlich zu der wichtigen Erkundung des Geländes.

Ob die Charakter-Entwicklung mit der Verbesserung der drei Waffengattungen (Schwert, Axt, Bogen), der eigenen Fähigkeiten, der göttlichen Kräfte, der Ausdauer und der Gesundheit genug Möglichkeiten zur Anpassung des Spielstils bieten kann, bleibt abzuwarten. Die optische Anpassung der Spielfigur ist jedenfalls eher oberflächlich geraten und bietet überschaubare Möglichkeit zur Individualisierung von Kopf, Frisur, Augen und Gesichtsbehaarung. Geschlecht und Stimme dürfen getrennt gewählt werden.

[GUI_600SCREENSHOT(setid=89619,id=92627468,linktext=Die Charakter-Erstellung zu Beginn.)]
In der vorherigen Preview-Version störten mich die Kommentare von Zeus und Prometheus, die das Geschehen begleiten und auflockern. Prometheus übernimmt die Rolle des Geschichtenerzählers. Zeus fungiert als selbstverliebter Kommentator, der immer wieder mit Bemerkungen zur realen und zur „modernen Welt“ aus der Zeit gefallen wirkt. Das Ganze wirkte etwas unpassend und wollte mit dem überdrehten und auf lustig getrimmten Gequatsche nicht so richtig zünden. Diesmal empfand ich diese Eigenart nicht mehr so störend, da die Kommentare nicht so übertrieben oft vorkamen und man sich tatsächlich an die blöden Sprüche von Zeus gewöhnt. Der Humor ist natürlich Geschmackssache – manchmal zünden die Sprüche, manchmal nicht. Für weitere Details verweise ich auf die bisherige Vorschau oder Video-Vorschau.

Darüber hinaus konnte ich einen Blick auf die Schwierigkeitsgrade und die zahlreichen, vorbildlichen Einstellungsmöglichkeiten werfen. So wird man Immortals Fenyx Rising auf fünf Schwierigkeitsstufen spielen können: Story, Einfach, Normal, Schwer und Albtraum (muss freigeschaltet werden). Der Schwierigkeitsgrad beeinflusst Gegner-Schwierigkeit, Gesundheits-Regeneration, Ausdauer-Regeneration, Fallschaden und die mögliche Unterstützung für mythische Herausforderungen. Wählt man z.B. „Story“, dann regeneriert sich die Ausdauer schneller in Kämpfen (starke Aktionen sind schneller wieder verfügbar) und die Zeit für die Herausforderungen wird verlängert.

[GUI_600SCREENSHOT(setid=89619,id=92627475,linktext=Rot leuchtende Körperteile der Gegner sind ein Hinweis auf die nächste Aktion des Gegners.)]
Im Menü können verschiedene Hilfestellungen aktivieren werden, die hauptsächlich mit den teils recht komplexen bzw. mehrschichtigen Rätseln in Verbindung stehen. Man kann z.B. visuelles Richtungsfeedback einschalten. Wenn man dann einen Schalter drückt, zeigen ein kleiner Richtungspfeil und eine Text-Einblendung an, wo und was sich gerade bewegt oder verändert hat. Ähnliche Hinweise gibt es für Sternbild-Herausforderungen (Kompass und 3D-Symbole), Fresko-Herausforderungen als Verschiebepuzzles (Rahmen einblenden lassen, was das Verschieben der Puzzleteile erleichtert) oder bei Odysseus-Herausforderungen (Feuerstellen brennen nach Fehlversuchen weiter). Abgesehen von den Tasten können diverse Interface-Elemente (HUD) an-/ausgeschaltet werden: Kompass, Infos, Nachrichten, Quest-Ziele, Ausdauer-Marker, Fähigkeiten, Tränke, Schadenszahlen, Zielerfassung, Kombo-Anzeige, Gesundheit der Gegner, Fadenkreuz, Entdeckungsanzeige oder Stealth-Info (Anzeige-Element, ob man für die Gegner unsichtbar ist). Ein Ingame-Shop wird sehr wahrscheinlich in Immortals Fenyx Rising vorhanden sein, war in der Preview-Version aber deaktiviert.

[GUI_600SCREENSHOT(setid=89619,id=92627493,linktext=Wenn gewünscht, können die Aktionen von ausgelösten Schaltern klarer visualisiert werden.)]
Noch bis zum 29. Oktober 2020 können interessierte Spieler eine zeitlich begrenzte Demo auf Stadia ausprobieren. Die „Goldene Insel“ und die Region der Göttin Aphrodite können erkunden werden. Die Demo kann laut Publisher sofort und „mit nur einem Klick“ (zur Stadia-Website) gestartet werden – ein Google-Account ist erforderlich.

Immortals Fenyx Rising (ehemals Gods & Monsters) wird am 3. Dezember 2020 für PC (Epic Games Store, Uplay), PS4, PS5, Stadia, Switch, Xbox One und Xbox Series X erscheinen. Die Standard Edition wird 59,99 Euro kosten. Eine Gold Edition für 99,99 Euro (außer für Switch) mit einem Season Pass „mit nicht näher benannten Inhalten“ und zusätzlichen digitalen Inhalten ist geplant.