Cyberpunk 2077: Investoren erwägen nach Entfernung aus dem PSN-Store Klage gegen CD Projekt Red

Mindestens zwei Investoren sind offenbar ganz und gar nicht zufrieden damit, wie holprig der Start des Rollenspiels Cyberpunk 2077 verlaufen ist. Wie Derstandard.de berichtet, erwägt der in Warschau ansässige Anwalt Mikolaj Orzechowski, der Anteile an CD Projekt Red hält, eine Klage gegen den Hersteller.

Das Studio habe den Status des Spiels gegenüber Investoren falsch dargestellt, um so eine weitere Finanzierung zu sichern, so der Vorwurf. Nachdem die vor allem auf älteren Modellen stark fehlerbehaftete PS4-Version am 17. Dezember aus dem PSN-Store genommen wurde, fiel der Börsenkurs schlagartig von über 70 auf momentan 56 Euro.

Derzeit sei Orzechowski auf der Suche nach anderen Investoren, die sich aufgrund der „Einstellung des Verkaufs von Cyberpunk 2077“ betroffen fühlten. Ähnliches wird über die New Yorker Anwaltskanzlei Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz LLP berichtet, die laut New York Times dem Vorwurf nachgehe, CD Projekt Red hätte den „Investoren und Käufern des Spiels falsche Informationen geliefert.“

Mitarbeiter des Unternehmens machten ihrem Unmut unterdessen offenbar in einer Video-Konferenz Luft: So berichtet es zumindest der für Enthüllungen bekannte Spiele-Journalist Jason Schreier auf Bloomberg. Offiziell gibt es freilich keinen Kommentar zum internen Treffen, zwei anonyme Quelle aus dem Team hätten allerdings einige Beschwerdepunkte aus dem Gespräch durchsickern lassen.

Ein Teammitglied habe demnach das Management gefragt, wieso schon im Januar fälschlicherweise verkündet worden sei, das Spiel sei bereits fertig gewesen. Ein weiterer Mitarbeiter habe die Scheinheiligkeit daran in den Vordergrund gestellt, ein Spiel über Ausbeutung durch große Unternehmen zu entwickeln, wenn es mit der Pflicht zu Überstunden entwickelt werde. Die Studio-Direktoren hätten „Pläne zur künftigen Verbesserung der Produktionspraktiken“ angekündigt, seien aber nicht konkret darauf eingegangen.

Laut Schreier hätten auch abseits des Meetings mehrere derzeitige und ehemalige Mitarbeiter erwähnt, dass die Abgabefristen im Laufe des Projekts unrealistisch gewesen seien.

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