Nvidia – Kryptomining-Bremse und CMP-Produktlinie zur Steigerung der RTX-Verfügbarkeit für Gamer; Gerüchte über Ampere-Neuauflage

Grafikkarten aus der RTX-3000er-Reihe von Nvidia sind weiterhin schwer zu bekommen und dieser Zustand wird auch noch längere Zeit anhalten – bei GPUs von AMD und anderen Tech-Produkten sieht es nicht anders aus. Die Gründe für die Knappheit der Grafikkarten sind vielfältig: Abzocker/Scalper (wir berichteten), Liefer- und Produktionsengpässe, Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie und natürlich auch „Miner“, also diejenigen, die Grafikkarten nutzen, um Kryptowährungen „zu minen“. Bilder von Dutzenden RTX-Grafikkarten oder Notebooks mit RTX-GPUs, die nicht zum Spielen, sondern im Verbund zum Minen genutzt werden, geistern durch das Internet und sorgen zumeist für sehr zornige Reaktionen von Gamern (Beispiel).

Nvidia hat nun erste Maßnahmen angekündigt, um das Mining von Kryptowährungen auf zunächst einer Grafikkarte einzuschränken. Zusammen mit dem Verkaufsstart der RTX-3060-Grafikkarten (Release: 25. Februar) wird ein Grafikkarten-Treiber veröffentlicht, der die Kryptowährung-Performance limitieren wird – ungefähr um die Hälfte am Beispiel von Ethereum. Ob diese Beschränkung ausreichen wird, um Miner abzuschrecken, bleibt abzuwarten. Die Limitierung erfolgt auf Basis der Software (Treiber) und nicht der Hardware, aber laut Nvidia soll es nicht möglich sein, den Hash-Rate-Limiter zu übergehen, da es gibt einen „sicheren Handshake [Datenaustausch] zwischen dem Treiber, dem RTX-3060-Silizium und dem BIOS (Firmware)“ geben wird. Der entsprechende Game-Ready-Treiber wird aber nicht die Performance von den anderen erhältlichen RTX-3000er-Grafikkarten limitieren.

I just got a note back from NVIDIA: they’re confirming that the RTX 3060 Linux drivers will have the Ethereum performance nerf as well. Which is to be expected, but it’s nice to get confirmation, since Linux is the the OS of choice for mining at scale.

— Ryan Smith (@RyanSmithAT) February 18, 2021

In der offiziellen Ankündigung von Nvidia heißt es: „Wir sind Gamer, durch und durch. Wir sind besessen von neuen Gaming-Funktionen, neuen Architekturen, neuen Spielen und Technologien. Wir haben GeForce-GPUs für Gamer entwickelt – und Gamer verlangen nach mehr. Doch Nvidia-GPUs sind programmierbar. Und die Anwender entdecken ständig neue Anwendungen für sie, von Wettersimulationen und Gensequenzierung bis hin zu Deep Learning und Robotik. Das Mining von Kryptowährungen ist eine davon. Um die speziellen Anforderungen des Ethereum-Minings zu erfüllen, kündigen wir die Nvidia-CMP-Produktlinie (Cryptocurrency Mining Processor) für das professionelle Mining an.“

Eine weitere Maßnahme gegen die Nutzung von RTX-Grafikkarten als Kryptomining-Hardware ist also die Einführung der CMP-Produktreihe. Die CMP-Boards haben keine Grafikfunktion und wurden für Mining-Leistung und -Effizienz optimiert (keine Display-Ausgänge; niedrigere Kernspannung und -frequenz; können enger nebeneinander platziert werden). Laut Nvidia erfüllen CMPs nicht die Spezifikationen für eine GeForce-GPU und haben keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit von GeForce-GPUs für Gamer. Vielmehr soll die Verfügbarkeit der RTX-Grafikkarten durch die CMP-Produkte gesteigert werden.

Bei 3DCenter.org wird auf Basis von Informationen eines Leakers eine weitere Maßnahme ins Spiel gebracht. Demnach könnte Nvidia das bisherige Ampere-Portfolio (RTX-3000er-Reihe) auslaufen lassen und durch neue Versionen der bisherigen Grafikkarten mit Kryptomining-Bremse (auf Hardware-Basis) ersetzen – evtl. sind leichte Anpassungen an der Hardware möglich, aber das zentrale Element dieser vermeintlichen Ampere-Neuauflage ist die Kryptomining-Limitierung.

Bei 3DCenter.org heißt es weiter: „Somit könnte nVidia seine Cryptomining-Bremse doch noch über das komplette Ampere-Portfolio ausbreiten – was einen wesentlich größeren Effekt ergibt, als wenn nur die GeForce RTX 3060 aus der Rechnung genommen wird. Selbst wenn die Cryptominer am Ende doch einen Weg finden, diese Miningbremse zu umgehen, wird nVidia erst einmal über einen gewissen Zeitraum mehr oder weniger rein nur an Gamer verkaufen – und damit viele wartende Grafikkarten-Käufer endlich beliefern können, somit auch viel Druck aus dem Markt nehmen. Dies hilft sogar langfristig und selbst wenn die Miner die Miningbremse eines Tages knacken sollten: Denn wenn erst einmal der größte Nachfrage-Druck abgebaut ist, liegt auch das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage nicht derart schief wie derzeitig, was dann die Grafikkarten-Straßenpreise wieder auf ein halbwegs vertretbares Maß zurückführen kann.“