Hardware: Auf 3 einfachen Wegen noch mehr aus einer SSD herausholen

In den meisten Computern und Laptops ist heutzutage eine schnelle Solid State Drive, also eine sogenannte SSD, verbaut. Nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch ihr zumeist platzsparendes Design, welches keine beweglichen Teile aufweist, die ausfallen können, überzeugen Hersteller wie Nutzer gleichermaßen.

Dennoch: Irgendwann nutzen sich auch die stabilen SSDs ab, sie werden langsamer und ohnehin ist auch ihre Lebensdauer begrenzt. Außerdem kommen könnt ihr mit ein paar wenigen Handgriffen in den Einstellungen noch etwas mehr aus ihnen herausholen.

Auf 3 Wegen macht ihr eure SSD nicht nur schneller, sondern sogar langlebiger

Eine SSD in eurem Computer so einzusetzen, dass sie nach ein paar wenigen Handgriffen im System reibungslos funktioniert, ist ein Kinderspiel. Schon aus ihrer Verpackung kommend bieten sie wenig Spielraum, um etwas grundlegend falsch zu machen. Dennoch schadet es nicht, sich ein paar Punkte genauer anzusehen.

Einige Hinweise, auf die wir teilweise noch einmal etwas näher eingehen wollen, können euch dabei helfen, eure SSD nicht nur schneller zu machen, sondern ihre Lebensdauer gleichzeitig zu erhöhen:

  • TRIM aktivieren 
  • Firmware der SSD aktualisieren 
  • Speicherplatz nicht vollständig ausreizen 
  • SSD nicht defragmentieren 
  • Hibernation unter Windows deaktivieren 
  • Stromausfälle vermeiden 
  • hohe Temperaturen vermeiden 
  • SSD nicht überschreiben oder formatieren

Ganz klar: Hohe Temperaturen sind bei technischen Geräten wohl nach Möglichkeit immer zu vermeiden und die Firmware zu aktualisieren bietet sich auch in den meisten Fällen an. Aber wie steht es um die TRIM-Funktion, oder warum solltet ihr den Speicherplatz nicht vollständig ausreizen? Das klären wir im Folgenden.

#1 TRIM aktivieren

Das TRIM-Feature ist nahezu unerlässlich, wenn es darum geht, die SSD in ihrer Bestform zu bewahren. Doch was genau ist TRIM überhaupt? TRIM ist ein Befehl, der es eurem Betriebssystem ermöglicht, einer SSD mitzuteilen, welche Datenblöcke nicht mehr in Gebrauch sind – und dementsprechend gelöscht werden können.

Im Gegensatz zu einem mechanischen Laufwerk kann die SSD beim Schreiben neuer Daten nur leere Blöcke verwenden. Laufwerke, die ohne TRIM arbeiten, müssen große Datenblöcke also zunächst verschieben, alle Blöcke, die sie enthalten, löschen und letzten Endes die neuen Daten in genau diese Blöcke schreiben. TRIM soll genau das verhindern und dafür sorgen, das euer Laufwerk unnötige Schreibvorgänge vermeidet und so nicht überlastet wird.

Unter Windows wird eure SSD in der Regel bei ihrer Installation erkannt und TRIM automatisch aktiviert. Dies ist allerdings nicht immer der Fall, weswegen es sich lohnen kann, dies noch einmal über die entsprechende Hersteller-Software zu überprüfen. Bei den Geräten von Apple, die die meisten SSDs von Drittanbietern nicht von Haus aus unterstützen, ist das Feature entsprechend deaktiviert. Wollt ihr es, zum Beispiel wenn ihr euren Mac mit einem zusätzlichen Laufwerk ausgestattet habt, trotzdem nutzen, führt ihr im Terminal ganz einfach den folgenden Befehl aus:

„Sudo trimforce enable”

Doch Vorsicht: Apple übernimmt keine Verantwortung dafür, wenn ihr eure SSD und die Trimfunktion nicht sachgemäß implementiert.

#2 Speicherplatz nicht vollständig ausreizen

Warum sollte man den Speicherplatz einer SSD nicht vollständig ausreizen? Diese Frage beschäftigt viele neue Nutzer und die Antwort darauf ist simpel wie einleuchtend: Ihr verschlechtert die Übertragungsgeschwindigkeit und provoziert Fehlermeldungen, vor allem dann, wenn ihr das Laufwerk zum Zocken verwendet.

Außerdem kann es auch beim Hoch- und Herunterfahren des Systems zu Leistungseinbußen kommen, sogar Probleme mit der Systeminstabilität können auftreten. Vor allem in Zusammenhang mit überlaufenden Caches ist dies häufig der Fall. Denn der Flash-Speicher einer SSD wird als Cache für häufiger ausgelesene Daten verwendet. Obwohl sie keine Probleme dabei hat, aus einem vollen Cache zu lesen, beginnt sie möglicherweise damit, alte Daten zu verwerfen, von denen die SSD glaubt, sie seien weniger wichtig – auch, wenn ihr eben jene Daten noch verwendet.

Die Folge: Ein unnötig verlangsamtes System, welches permanent vor der Entscheidung steht, welche Daten behalten und welche tiefer im Laufwerk gelöscht werden sollen. Befüllt ihr eure SSD hingegen nie oder nur selten bis zum Anschlag, schließt ihr das Problem von vornherein aus.

#3 SSD nicht defragmentieren

Die Defragmentierung eines Laufwerks gilt in der Regel als ein grundlegender Prozess, den vermutlich schon jeder von uns einmal durchgeführt haben dürfte. Bei einem SSD-Laufwerk solltet ihr ihn allerdings tunlichst vermeiden. Nutzt ihr eine SSD als euer Boot-Laufwerk, so ist eine Defragmentierung sogar grob unsinnig.

Der Prozess verbessert ganz allgemein die Leistung von Magnetplattenlaufwerken, wobei Dateien mit physisch zusammenhängenden Daten in einer einzigen Datei ersetzt werden. Das liegt daran, dass der „Kopf“ einer Festplatte schneller auf zusammenhängende Daten zugreifen kann als es bei nicht zusammenhängenden Daten der Fall ist.

Bei einer SSD gibt es einen solchen Kopf allerdings nicht. Es gibt auch keine beweglichen Teile, so dass eine Defragmentierung ins Nichts verlaufen würde. Besonders interessant: Das Defragmentieren einer Solid State Drive macht sie nicht schneller, sondern kann ihre Lebensdauer im schlimmsten Falle sogar verringern.

Wer noch mehr aus seinem Gaming-PC herauskitzeln möchte, den dürften nicht nur unsere hilfreichen SSD-Tipps interessieren. Wir zeigen euch drei simple Einstellungen für eure Grafikkarte, die euer Spielerlebnis gehörig verbessern können. Und wenn ihr euch schon immer einmal gefragt haben, wie unser „Testlabor“ eigentlich aussieht, haben wir hier die Antwort für euch parat.